Moment mal...
Gepriesen seist du, Herr

Michael Bracht

G
epriesen seist du, Herr „Gepriesen seist du, Herr, für das Brot und den Wein“, so beginnt eine der ältesten Abendmahlsliturgien, die wir kennen. „Gepriesen seist du, Herr, für das Brot und den Wein.“ - Dies allein wäre Grund genug, Gott zu danken, dass er uns in seiner Liebe mit Gütern des täglichen Lebens versorgt.

Doch damit nicht genug: In der Feier des Heiligen Mahles dringen wir ein in die Tiefe der Schöpfung. Denn die sichtbare Welt ist nur die Oberfläche. Der Blick des Glaubens dringt tiefer und sieht eine weitere Schöpfung: Das Schöpfungswerk Jesu Christi. Die Kirche hat das Kommen Christi in diese Welt, sein bitteres Leiden und Sterben sowie seine sieghafte Auferstehung immer auch als neue Schöpfung Gottes, noch eindringlicher, noch rätselhafter als die erste, sichtbare und uns anvertraute Schöpfung.
Christus-segnet
Brot und Wein weisen uns nun auch in diese neue, tiefere Schöpfung. Sie sind die Elemente, mit denen Christus gewählt hat, sich uns über den garstigen Graben der Jahre und Jahrtausende zu schenken. Immer wieder neu schenkt er sich in Brot und Wein, im Hl. Mahl uns ganz und gar!

Vergesst es nicht! Am Tisch des Herrn erhält der Christenmensch eine für ihn unverzichtbare Nahrung zur Stärkung in guter und böser Zeit: Brot und Wein, Leib und Blut Christi, Vergebung der Sünden, Gegenwart des Gekreuzigten und Auferstandenen.

Herzlich grüßt Sie, liebe Leserinnen und Leser,
Ihr Michael Bracht, P.




Gemälde: Louis Rauschhuber,
„Christus segnet Brot und Wein“, 1960
(Tusche laviert auf Büttenpapier)